07.05.2010: Jugendländermasters 2010 in Niederzier Huchem-Stammeln

In diesem Jahr musste ich lange üben, bis ich den Namen des Austragungsortes für das JLM auswendig wusste. Ein kleiner gemütlicher Ort mit netten Häuschen auf der einen Seite und  Braunkohleabbau auf der anderen Seite.

 img_1216_klein.jpg  Die Hessischen Teams reisten dieses Jahr leider nur mit jeweils 3 Spielern – also ohne Auswechselmöglichkeit an.

 Malte, musste den Junioren leider kurzfristig absagen und auch bei den Cadets haben beide infrage kommenden Spieler abgesagt, die für die 4. Position angedacht waren. Für den Frieden im Team ist dies allerdings nicht unbedingt die schlechteste Variante, denn wer auf der Bank sitzt, fühlt sich oft ungerecht behandelt. 

img_1243_klein.jpg Bei den Cadets das eingespielte Team Ann-Katrin aus Dieburg, David aus Petterweil und Luis aus Kirtorf, Coach Sabine. 

7 Landesverbände waren vertreten und somit sieht das Reglement den Modus -Jeder gegen Jeden- vor. Bei den Cadets waren sogar leider nur 5 Teams angetreten. Das Nachwuchsproblem hat Hessen nicht für sich gepachtet, da überall nur wenige Vereine sich „die Mühe“ der Jugendarbeit machen, die in Wirklichkeit Spaß pur ist.

Die Ergebnisse der einzelnen Begegnungen konnten ja bereits auf der DPV-Seite seit  Sonntagnachmittag nachgelesen werden, daher möchte ich hier nicht nochmals darauf eingehen.Die Junioren spielten mit Zeitlimit von 60 Minuten. Die Cadets konnten Ihr Spiel ohne Zeitlimit und somit mit wesentlich geringerem Leistungsdruck spielen.

 


In der ersten Begegnung trafen die Cadets auf das Saarland. Hatten wir das Team auf der DJM noch mühelos im Sack, sah das dieses Mal ganz anders aus. Ziemlich ohne Gegenwehr verlief das Spiel mit unspektakulären Aufnahmen. Hessen fehlten leider vorne oft die so nötig gebrauchten ersten Kugeln und somit auch ein wenig der Spaßfaktor. Das anschließende Blanc gab meinem Team die Chance sich von der Niederlage zu erholen und sich auf das nächste Spiel vorzubereiten. Nisa sollte unser erster Sieg sein, den wir unbedingt brauchten, um noch vorne mitzumischen. Ein sicheres Aufspielen von Luis, der sich wieder als klasse Tireur und souveräner Leger erwies und dem Team so manches Mal aus der Patsche half, verschaffte uns einen deutlichen Sieg mit 13:4. Die Stimmung im Team wurde optimistischer und alle waren sich einige, dass wir auch NRW packen. Obwohl wir hier zuerst 5:0 zurücklagen, konnten die Kids das Spiel drehen und ein überzeugender 13:6 Sieg brachte uns dem Halbfinale näher und wir konnten den Tag mit einem Besuch beim goldenen „M“ ausklingen lassen. Der zweite Tag begann mit dem letzten Vorrundenspiel und der Gegner hieß Rheinlandpfalz und hatte bereits 3 Spiele gewonnen. Coach und Team waren sich einig, dass wir hier unseren dritten Sieg einfahren wollten. Überzeugende Leistungen im Hessenteam brachten schnell die Führung und doch fingen sich die Cadets in nur drei Aufnahmen vom Gegner noch 11 Punkte ein. Ein spannendes Showdown beim Stand von 11:11 brachte aber dann doch den spielstärkeren Hessen den Sieg. Das Ziel Halbfinale war erreicht und der Gegner hieß erneut NRW. Diese hatten nun keinesfalls die Absicht, sich den Sieg von uns aus der Hand nehmen zu lassen und machten dies bereits in der ersten Aufnahme deutlich. An den 4 kassierten  Punkten in der ersten Aufnahme hatten meine Cadets ganz schön zu schlucken und nach einer fatalen 2. Aufnahme, die zwar dem Gegner nur einen weiteren Punkt brachte, war die Niederlage fast schon besiegelt. Mit einer relativ guten Kugel zog Hessen in dieser 2. Aufnahme sämtliche Kugeln von NRW und hatte richtig Platz zum „nur reinlegen“. Natürlich erhoffte ich mir mit 5 Kugeln auf der Hand bei meinem Team den Ausgleich zum 4:4, um den Anschluss nicht zu verlieren. Ein total unkonzentriertes Spiel bei allen drei Spielern sorgte dann allerdings dafür, dass wir in dieser Aufnahme sogar einen Punkt abgaben. Der Drops war somit so gut wie gelutscht und die nachfolgenden Aufnahmen zeigte eine deutliche Überlegenheit beim Gegner. NRW gewann überzeugend. Natürlich hätten wir unseren Titel vom letzten Jahr gerne verteidigt aber schließlich ist ein 3. Platz auch nicht zu verachten. Ein besonderes Lob gab es für Luis und David von der Bundestrainerin. Sie versprach beide Spieler im Auge zu behalten.


Bei den Juniors standen dieses Jahr Victor aus Gründau, André und Jasmin, beide aus Dreieichenhain im Carrée. Nachdem sich die Spieler entschieden hatten mit Jasmin als Pointeur, Victor als Millieu und André als Tireur zu spielen, gleich einen Knaller als Gegner. NRW gegen Hessen, das war eine der Halbfinalbegegnungen aus dem letzten Jahr. In 2009 noch chancenlos gegen NRW. diesmal von Anfang an mit viel Druck gespielt. Es entwickelte sich ein enges Spiel in dem die Führung hin und her ging. Nach 60 Minuten Abpfiff, Gleichstand. Also noch eine Aufnahme, leider mit ein wenig Pech, Entstand 9:10. Obwohl dieses erste Spiel verloren ging hatte ich hier bereits so eine Ahnung das bei den Hessen dieses Jahr einiges gehen könnte…………. 


Dann gegen Bayern, souverän gewonnen zu 6. Aber auch hier Abpfiff nach 60 Minuten, also nicht über die volle Punktzahl gespielt.


Das dritte Spiel gegen Rheinland-Pfalz, den Start irgendwie verpasst, schneller Rückstand, 0:4. Dann haben sich meine Drei doch entschieden mitzuspielen, noch eine Kugel in der Hand mit der Chance für einen Schuß für viel. Jasmin trifft, aber mit Pech. Die eigene Schußkugel springt weg, die geschossene kontert die eigene Punktkugel raus. 3 am Boden für den Gegner, 0:7. Jetzt erst recht, irgendwie ging noch einmal ein Ruck durchs hessische Team. Rangekämpft, Punkt für Punkt, Gleichstand beim Abpfiff. Die letzte Aufnahme wieder mit einem Punkt gegen uns, 8:9 Endstand. Zum verzweifeln, Zeitspiel eben.


Die nächste Runde ein Blanc für uns.


Jetzt gegen BaWü. Dieser LV hat sich erst in letzter Minute überhaupt entschlossen am Masters teilzunehmen. Ich hatte den Eindruck hier stand ein aus der Not gebildetes Team gegen uns, auf jeden Fall spielten die BaWü’s nicht so souverän wie von ihnen gewohnt. Überzeugend gewonnen 13:10, unser erstes Spiel über 13 innerhalb des Zeitlimits überhaupt.


Nun das Saarland, die hatten bisher auch unter ihren Möglichkeiten gespielt. Und ausgerechnet jetzt hatte Jasmin eine kleinere “Legeschwäche“ und der Manuel Strokosch eine fast 100% Trefferquote. Gekämpft, aber doch 8:13 verloren. Irgendwie immer eine Kugel zuwenig.


Nach dem ersten Tag bei den Junioren 4 Teams mit jeweils 2 Siegen punktgleich auf dem Tabellenzettel und damit der Chance am Sonntag früh mit dem letzten Vorrundenspiel das Halbfinale klar zu machen. Hessen bei diesen 4 Teams vorn mit dem besten Differenzpunkteverhältnis. Aber was das zählt  bei Zeitspiel und bei 2 mit jeweils 1 Punkt Unterschied verlorenen Spielen hat man ja gesehen. Nichts, ganz schnell ist man hinten in der Tabelle………….


Sonntag früh, der Gegner NiSa, jetzt gilt es. Die drei Hessen wissen genau wohin sie wollen und spielen entsprechend. Niedersachsen, obwohl personell nicht schlecht besetzt, chancenlos. Hessen gewinnt 13:5, Halbfinale.

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Dieses Halbfinale gegen Bayern, die ziemlich nervös, hatten ja schon in der Vorrunde das Nachsehen, standen auch ziemlich unter Druck. Die Hessen relativ entspannt, schenken in der 4. Aufnahme den Bayern einen 6er ein. An dieser Stelle war das Spiel eigentlich schon vorbei, der Gegner wusste es nur noch nicht. Gewonnen 13:4, jetzt wollten die drei Hessen den ganz großen Pott.

 

img_1224_klein.jpg Finale dann gegen NRW.

 

Die ersten 2 Drittel des Spiels zwar spannend, aber nicht hochklassig. Das ganze Spiel plätscherte bei wechselnden Führungen so vor sich hin, keiner konnte sich entscheidend absetzten. Gegen Ende dann doch viele spektakuläre Kugeln, eine Aufnahme als Beispiel. Jasmin legt die erste Kugel auf 8 Meter etwa 10 Zentimeter hinter das Cochonet, der Gegner seine devant kurz vor unsere Kugel. Schuß von André, Treffer. Die nächste NRW Legekugel wieder Punkt, wieder Treffer von Hessen. Und wieder wird von NRW eine saugute Kugel gelegt, diesmal trifft Victor für Hessen. Auch bei der nächsten Kugel entscheidet sich NRW fürs Legen, wieder Punkt, auch die trifft Victor. Und alle Treffer ohne die eigene auch nur zu streicheln…… Ein Loch und eine verlegt von NRW, Jasmin legt die 2 Kugel zum Punkt. Das hat Spaß gemacht zuzuschauen. Das ganze Spiel in Kurzform: 2:0, 2:3, 4:3, 4:5, 4:6, 5:6, 5:7, 6:7, 7:7, 8:7, 9:7, 9:8, 10:8, 12:8. In dieser Aufnahme hätten wir zumachen können, aber wie das so ist mit dem nur “reinlegen“. NRW mit dem Rücken zur Wand erkämpft sich mit zwei 2ern den Ausgleich, jetzt 12:12 und schon mehr als 2 Stunden gespielt. Die letzte Aufnahme saugeil von allen gespielt, die letzte NRW Kugel rollt zum Punkt, Jasmin mit der allerletzten Kugel im Spiel verschießt knapp. Finale verloren, Enttäuschung pur bei uns. Dann aber die Erkenntnis, dass wir der 2. – also der Vizemeister – im Vergleich aller Landesverbände geworden sind, und das dies so schlecht nicht sein kann. Darüber darf man sich auch freuen. Wirklich nicht schlecht gespielt und nur eine Kugel macht den Unterschied. Jasmin hat  stark gelegt, André hat im Vergleich zum letzten Jahr statt 6 von 10 jetzt 9 von 10 Schußkugeln gebracht und Victor hat souverän geschossen oder wenn benötigt, eine überzeugende Kugel gelegt und die Mannschaft rausgehauen. An diesem Wochenende habe ich ein überzeugendes Triplette gesehen, das mit Sicherheit stärkste Team aus Hessen der letzten 3 Jahre. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, danke sagt der Coach.


Danke an Holger für die Unterstützung, an Sabine für das coaching bei den Cadets, und an alle Eltern die ihre Kinder nach und von Dreieich quer durch Hessen gefahren haben. Dann noch ein Danke von allen Hessen an das Team vom SV Schwarz-Weiß für die Bewirtung und die Gastfreundschaft.


Und zuletzt noch einen
Artikel, gefunden im Sportteil der Offenbach Post. 

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